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Luftverschmutzung im Haushalt: Unterschätzte Gefahr für Gesundheit und Leben

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn wir über Luftverschmutzung sprechen, denken viele zuerst an Smog über Grossstädten oder Abgase auf stark befahrenen Strassen. Was dabei oft übersehen wird: Für Milliarden von Menschen entsteht die gefährlichste Luftverschmutzung nicht draussen, sondern in den eigenen vier Wänden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Haushaltsluftverschmutzung als eines der grössten vermeidbaren Gesundheitsrisiken weltweit.


Ältere Frau kocht zu Hause über Feuer

Was ist Haushaltsluftverschmutzung?

Haushaltsluftverschmutzung entsteht vor allem durch das Kochen und Heizen mit festen Brennstoffen wie Holz, Holzkohle, Kohle, Tierdung oder landwirtschaftlichen Abfällen sowie durch Kerosin. Diese Brennstoffe werden häufig in offenen Feuerstellen oder ineffizienten Kochherden, oft ohne ausreichende Belüftung, verbrannt.

Dabei entstehen hohe Konzentrationen von gesundheitsschädlichen Schadstoffen, darunter Feinstaub (PM2.5), Kohlenmonoxid, Stickoxide und weitere toxische Gase. In geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen können diese Schadstoffe Werte erreichen, die weit über den empfohlenen Grenzwerten liegen.


Wie viele Menschen sind betroffen?

Gemäss WHO nutzen weltweit rund 2,1 Milliarden Menschen weiterhin solche verschmutzenden Brennstoffe für das tägliche Kochen. Besonders betroffen sind Regionen in Afrika, Südostasien und Teilen Lateinamerikas. Trotz internationaler Bemühungen wird erwartet, dass auch im Jahr 2030 noch rund 1,8 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberen Kochlösungen haben werden.


Gesundheitliche Folgen: Mehr als nur Rauch in der Küche

Die gesundheitlichen Auswirkungen sind gravierend. Haushaltsluftverschmutzung verursacht laut WHO rund 2,9 Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Sie zählt damit zu den führenden umweltbedingten Todesursachen weltweit.

Zu den wichtigsten Erkrankungen gehören:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte

  • Schlaganfälle

  • Chronische Atemwegserkrankungen (COPD)

  • Akute Atemwegsinfektionen, insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren

  • Lungenkrebs, vor allem bei Erwachsenen, die über Jahre dem Rauch ausgesetzt sind

Besonders alarmierend: Ein erheblicher Teil der tödlichen Lungenentzündungen bei Kleinkindern steht im Zusammenhang mit verschmutzter Innenraumluft.


Indische Mutter gibt ihrem Kind essen

Frauen und Kinder tragen die grösste Last

In vielen Haushalten sind es Frauen und Kinder, die sich am längsten in der Nähe von Kochstellen aufhalten. Dadurch sind sie besonders stark der Schadstoffbelastung ausgesetzt. Die gesundheitlichen Folgen reichen von Atemwegserkrankungen über Augenprobleme bis hin zu langfristigen Herz- und Lungenschäden.

Zusätzlich verschärft Haushaltsluftverschmutzung soziale Ungleichheiten: Zeitaufwendiges Brennstoffsammeln schränkt Bildungschancen ein und bindet Ressourcen, die andernorts fehlen.


Auswirkungen auf Umwelt und Klima

Neben den direkten Gesundheitsfolgen trägt Haushaltsluftverschmutzung auch zur Aussenluftverschmutzung und zum Klimawandel bei. Bei der unvollständigen Verbrennung entstehen kurzlebige Klimaschadstoffe wie Russ (Black Carbon) und Methan, die erheblich zur Erderwärmung beitragen.


Was empfiehlt die WHO?

Die WHO betont, dass der Zugang zu sauberen Koch- und Heizlösungen entscheidend ist, um Gesundheit, Umwelt und soziale Entwicklung zu verbessern. Dazu zählen:

  • saubere Brennstoffe wie Elektrizität, Gas oder Biogas

  • moderne, emissionsarme Kochherde

  • bessere Belüftung von Wohnräumen

  • politische Massnahmen und Investitionen in saubere Energie


Quelle: www.who.int

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